Die Nach-Postmoderne Zeit

Liebe Freunde,

es ist mal wieder soweit: Für mein aktuelles Vorhaben brauche ich wieder Eure Unterstützung. Im Folgenden möchte ich es Euch kurz skizzieren und Euch bitten – jeder nach seinen Möglichkeiten – unserem Freundeskreis beizutreten.

Seit nunmehr 25 Jahren habe ich mich der Kunst verschrieben. Ich konnte mit Eurer Hilfe viele wirklich gute Projekte umsetzen.

In all den Jahren habe ich viele großartige Menschen kennengelernt. Insbesondere begegneten mir etliche hervorragende Künstler, die heute (obwohl sie nach wie vor phantastische Arbeiten hervorbringen) überwiegend – trotz zeitweiligen Erfolgs – nicht einmal eine Galerie haben, die sie vertritt.

Meiner Meinung nach liegt dies auch an einer grundlegenden Veränderung des Kunstbetriebes. Der heutige Kunstmarkt ist dem Zeitgeist der Postmoderne unterworfen. In der Postmodernen Philosophie definiert sich Qualität durch den Konsens im Kommunikationsprozess, also den Erfolg. Während die Moderne noch die Wahrheitssuche des Künstlers, also die Authentizität, als das grundlegende Qualitätsmerkmal ansah.

Der historische Verdienst der Postmoderne besteht darin, daß sämtliche Kriterien der Moderne für etwa „gute und schlechte Kunst“ und hiermit auch die damit verbundene „Enge“, abgelegt wurden. Die so gewonnene Freiheit ermöglichte einen enormen Innovationsschub. Geht man heute über eine Kunstmesse, sieht man: inzwischen ist aus der einstigen Freiheit nahezu eine Beliebigkeit geworden. Warum?

Die Postmoderne konnte die Werte und Kriterien der Moderne nur loswerden, indem sie die Existenz einer jeden Hierarchie leugnete – also vor allem die Existenz der Wahrhaftigkeit. Damit hatte man aber das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Die ureigenste Domäne der Kunst – der Suche des Menschen nach dem Sinn des Lebens, nach seinem Sein – wurde aufgegeben.

In den letzten Jahren zeigt es sich immer deutlicher: Qualität in der Kunst ist keine Konsensfrage. Qualität in der Kunst zeigt sich dort, wo der Künstler sich in seiner Existenz zur Disposition stellt. Auf der Verhaltensebene zeigt sich eine solche Haltung – eine Haltung, die die Existenz der Wahrhaftigkeit anerkennt und sich dieser verplichtet – dann als Zivilcourage.

Sollen die vielfältigen Anforderungen unserer postmodernen Zeit in der wir heute Leben gemeistert werden, so ist meiner Meinung nach radikales und umfangreiches zivilcouragiertes Handeln unabdingbar. Dies setzt einen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel voraus, der eine wahrhaftige Haltung des Menschen wieder in den zentralen Fokus rückt, ohne gleichzeitig damit erneut Werte zu etablieren. Denn Werte verlangen dem Menschen politisch korrektes Verhalten ab und verstellen eher den Blick auf wahrhaftige Haltung und zivilcouragierte Handlung.

Bei dieser anstehenden gesellschaftlichen Bewusstwerdung der Authentizität spielen die Künste eine wichtige Rolle. Ich bin derzeit dabei mit Gleichgesinnten (Künstler, Musiker, Autoren, Filmemacher, etc) eine Produzentengalerie ins Leben zu rufen, die sich genau dies auf ihre Fahnen schreibt.

Um die Finanzierung eines solchen Unternehmens sicherzustellen, gründen wir gerade einen Freundeskreis. Ich möchte einen jeden von Euch bitten, zu prüfen, ob es ihm möglich ist uns für ein Jahr monatlich, ein Jahr lang mit einem festen Betrag zu unterstützen. 50 Euro oder weniger, aber auch gerne mehr würde uns sehr helfen, dieses Projekt auch wirklich umzusetzen. Ihr könnt Euch auch gerne jederzeit (mit Rabatt) dann entsprechend Kunst von mir oder auch Kollegen aussuchen.

Ich bin für jede Hilfe dankbar, bis bald, Euer Romen

Prozessgalerie

Die PROZESSGALERIE ging aus der Streit- und Organisationsplattform STETTINER ECK hervor. Einem lockeren Zusammenschluss verschiedener Künstler und Kunstvermittler unterschiedlicher Sparten.

Die PROZESSGALERIE wird von kuratorisch inhaltlichen Ideen getragen.
Kommerzielle und Netzwerkaspekte haben hier untergeordneten Stellenwert, da sich die PROZESSGALERIE organisatorisch und finanziell durch den Einsatz von Künstlern und ihrem Umfeld trägt.

Initiativen aus der Künstlerschaft wie dem STETTINER ECK bietet die PROZESSGALERIE ein Forum. Dabei ist das Ziel ein Paradigmenwechsel im Kunstbetrieb – nach ihrer Abschaffung durch den Zeitgeist der Postmoderne – die Bewusstwerdung der Authentizität in der Kunst.

www.prozessgalerie.de